Individualisierung, Personalisierung – Consumer IoT

Dinge schöpfen, Daten schaffen, Dinge… Der digitale Zwilling winkt dem, der sich selbst preisgibt.

 

Das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen IDC geht davon aus, dass bis 2025 rund 80 Milliarden Geräte direkt mit dem Internet verbunden sein werden. Gestärkt durch den Smartphone-Siegeszug vernetzen Geräte, Maschinen und Menschen sich zunehmend.

Das IoT dringt nach und nach in alle Lebensbereiche vor und besetzt diese in Form eines Consumer IoT. Smartphones, Wearables, Smarthome-Devices und smarte Assistenten sind dabei ständig mit dem Internet verbunden. Fortwährend sammeln und analysieren sie Daten, wodurch Anbieter Services und physische Produkte personalisieren und den gestiegenen Kundenerwartungen gerecht werden können.

Die neu entstandenen personalisierten smarten Produkte wiederum aggregieren selbst weiter fröhlich Daten und eine endlose Personalisierungsspirale beginnt sich zu drehen. Gepaart mit der schnellen Adaption neuer Technologien entsteht zeitgleich ein Mentalitätswandel.

 

Betrachtet man Daten als Währung an sich, stellt sich natürlich die Frage nach dem Kosten-Nutzen-Verhältnis.

 

Personalisierung, Big Data und Sicherheit

Zwischen Silver Surfer und Digital Natives gibt es deutliche Unterschiede im Umgang mit dem IoT und den eigenen Daten. Digital Natives geben bereitwilliger Hinweise auf ihr Verhalten, ihre Wünsche und Bedürfnisse, doch erwarten im Gegenzug, dass Unternehmen diese Daten nutzen, um sie entsprechend individuell zu bedienen.

Die ältere Generation verhält sich zurückhaltender. Eine wichtige Rolle spielt dabei das mangelnde Vertrauen in den Umgang mit den bereitgestellten Daten und der Datenmenge an sich. Betrachtet man Daten als Währung der Zukunft stellen sich berechtigterweise Fragen nach dem Kosten-Nutzen-Verhältnis und der Datensicherheit.

Wie werden zukünftig Services erhältlich sein? Was sind Sie bereit zu zahlen? Tauschen Sie Daten gegen Dienstleistungen oder zahlen Sie lieber Geld für ein letztes Stück Privatsphäre? Damit die Kunden weiterhin bereit sind, ihre personenbezogenen Daten an Unternehmen weiterzugeben, bedarf es unbedingt eines fairen Werteaustauschs und eines sinnvollen Nutzenverhältnisses.

Im Kontext der Sicherheit und des Datenschutzes setzen Anbieter verstärkt auf integrierte Lösungen, die auf Basis von künstlicher Intelligenz, Blockchain und Cloud Computing den Schutz dieser persönlichen Daten gewährleisten. Mithilfe dieser Technologien werden zusätzlich auf Basis der gesammelten Daten digitale Profile erstellt, die alles über den Nutzer verraten, ihn gläsern machen. Digitale Identitäten in ihrer Nacktheit.

Neue Trends – neue Interfaces

Neue Innovationen, wie beispielsweise Sprachassistenten, lassen erkennen, wie Nutzer Schritt für Schritt Ihre Gewohnheiten ändern, neue Technologien ausprobieren und sukzessive in den Alltag integrieren.
Das Consumer IoT ist lediglich der nächste logische Schritt der digitalen Evolution. Treiber dieser Entwicklung sind auch die Forderungen der Verbraucher nach Echtzeit-Unterstützung, kontinuierlicher Unterhaltung sowie umfassender Konnektivität.

Sind heute noch Smartphones und Fitnesstracker im Einsatz, werden morgen Smart Glasses, Customized Cars und zukünftig sogar smarte Implantate im Leben selbstverständlich integriert sein.
Neue Interfaces verbunden mit KI-Technologien bieten noch intelligentere Services, ein noch besseres Leben. Schon jetzt wurde ein intelligenter Spiegel patentiert, der das oft nervige Anprobieren von Kleidung überflüssig macht.

Als Datenlieferanten einer künstlichen Intelligenz zeichnen solche Devices ein digitales Bild ihrer Nutzer – über rein physische Daten hinausgehend, wird ein digitaler Zwilling erzeugt, der in naher Zukunft die Persönlichkeit spiegelnd auch Emotionen beinhaltet.

 

Die Personalisierung von z. B. Turnschuhen, wie sie Adidas in der Speedfactory gerade möglich macht, ist nur ein erster Schritt umfassender Personalisierungslösungen.

 

Zukunft – wir kommen

Ein Ökosystem eng vernetzter, intelligenter und nutzerzentrierter Produkte und Services erwartet uns. Das „Internet of Things“ führt mehr und mehr zur Auflösung der Grenzen zwischen realer und virtueller Welt – der Mensch und sein Zwilling im Mittelpunkt. Die Digitalisierung unserer Umwelt und unseres Seins – unser digitaler Zwilling – wie auch die damit verbundene Art, uns zu bewegen und zu interagieren, winkt uns bereits entgegen. //

 

 

 

Der Text ist unter der Lizenz CC BY-SA 3.0 DE verfügbar.
Lizenzbestimmungen:
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